Braut-Make-up Schritt für Schritt: Tipps von einer Make-up Artist & Brautstylistin


Braut-Make-up ist für mich nie einfach nur ein schönes Make-up, das möglichst lange halten soll.
Natürlich spielen Haltbarkeit, die richtigen Produkte und eine gute Technik eine große Rolle. Aber am Ende sitzt da keine Vorlage aus Pinterest vor mir, sondern eine Frau mit ihrem eigenen Stil, ihren eigenen Vorstellungen und einem ziemlich besonderen Tag vor sich.
Und genau deshalb kann ein Braut-Make-up für zwei Frauen völlig unterschiedlich aussehen und trotzdem für beide genau richtig sein.
In meinem Braut-Make-up Tutorial nehme ich dich einmal mit und zeige dir, wie ich einen modernen Brautlook aufbaue, welche Schritte für mich besonders wichtig sind und worauf ich bei Produkten, Haltbarkeit und Finish achte.
Ein gutes Braut Make-up beginnt nicht erst beim Schminken
Ich kann mit den besten Produkten der Welt arbeiten – wenn die Haut sehr trocken, gereizt oder aus dem Gleichgewicht ist, wird man das auch im fertigen Make-up sehen.
Deshalb ist Hautpflege für mich ein wichtiger Teil der Vorbereitung auf die Hochzeit.
Damit meine ich übrigens nicht, dass du sechs Monate vorher plötzlich eine komplizierte 12-Step-Routine brauchst. Im Gegenteil. Eine Hautpflege, die zu deiner Haut passt, regelmäßig Feuchtigkeit, Sonnenschutz und möglichst keine wilden Experimente kurz vor der Hochzeit sind meistens sehr viel sinnvoller.
Je gepflegter und ausgeglichener die Haut ist, desto schöner lässt sich Make-up darauf aufbauen.
Und gerade kurz vor der Hochzeit gilt für mich: Bitte keine Experimente.
Nicht drei Tage vorher plötzlich ein neues Peeling testen, weil TikTok sagt, dass die Haut danach aussieht wie Glas 😱
Braut-Make-up Schritt für Schritt: Warum ich häufig mit den Augen beginne
Wenn du dir mein Tutorial anschaust, wirst du sehen, dass ich nicht automatisch mit Foundation und Concealer starte.
Gerade bei einem intensiveren Augen-Make-up arbeite ich gerne zuerst an den Augen.
Der Grund ist ziemlich simpel: Lidschatten kann herunterfallen, Pigmente können sich unter dem Auge absetzen und beim Verblenden passiert auch mal etwas, das ich anschließend wieder entfernen möchte.
Wenn die Foundation dann schon perfekt sitzt, arbeite ich im schlimmsten Fall zweimal.
Deshalb: erst Augen, anschließend die Haut.
Im Video zeige ich auch meinen Tape-Trick für einen schönen, weichen Smoked Outliner. Und ja – dieser kleine Trick hat meine Arbeit tatsächlich verändert. Klingt vielleicht etwas dramatisch, ist aber so. 😅
Haltbarkeit entsteht nicht durch ein einziges Wunderprodukt
Eine der häufigsten Fragen rund um Braut-Make-up ist natürlich:
„Hält das denn wirklich den ganzen Tag?“
Mein Ziel ist ganz klar: Ja, dein Make-up soll dich möglichst schön durch deinen Hochzeitstag begleiten.
Aber ich sage meinen Bräuten auch immer sehr ehrlich:
Make-up ist kein Zement.
Wir arbeiten mit Haut. Mit Cremeprodukten. Bei vielleicht 30 Grad. Es wird gelacht, geweint, geküsst, das Gesicht berührt und manchmal fünf Stunden getanzt.
Deshalb verspreche ich keine unrealistischen 16 Stunden, in denen sich kein einziges Härchen und kein Millimeter Foundation bewegt.
Was wir aber tun können, ist ein Make-up so aufzubauen, dass es sehr viel aushält.
Für mich entsteht Haltbarkeit vor allem durch Schichten:
Cremeprodukte, Setting, Puderprodukte, wieder gezielt Feuchtigkeit oder Setting Spray und am Ende – je nach Haut und Look – ein entsprechendes Fixieren.
Nicht ein Produkt macht den Unterschied. Das Zusammenspiel macht ihn.
Und wenn die Tränen kommen: tupfen, nicht wischen. Das ist wahrscheinlich einer der unspektakulärsten und gleichzeitig nützlichsten Tipps, die ich meinen Bräuten gebe.
Wie intensiv darf ein Braut-Make-up eigentlich sein?
So intensiv, wie es zu dir passt!
Ich halte wenig von der Vorstellung, ein Braut-Make-up müsse zwangsläufig möglichst dezent sein.
Es gibt Frauen, die sich mit sehr wenig Make-up am wohlsten fühlen. Andere lieben definierte Augen, Wimpern, Glow und möchten an ihrem Hochzeitstag durchaus etwas mehr sehen.
Beides ist richtig.
Für mich geht es nicht darum, einen bestimmten „Brautlook“ über jede Frau zu legen.
Du solltest in den Spiegel schauen und dich wiedererkennen.
Vielleicht ein bisschen stärker. Ein bisschen strahlender. Ein bisschen mehr Wow. Aber immer noch du.
Das ist für mich sehr viel wichtiger als irgendein Trend, der gerade auf Instagram oder Pinterest besonders häufig auftaucht.
Und manchmal ist plötzlich eine rote Lippe genau richtig
Wie unterschiedlich Bräute sein können, habe ich gerade erst wieder an zwei Hochzeiten direkt hintereinander erlebt.

Eine meiner Bräute legte morgens ihr Handy auf den Tisch und sagte sinngemäß: Wer etwas von mir will, soll meine Trauzeugin anschreiben. Und dann hat sie diesen Morgen einfach genossen.
Sie war so entspannt und hat mich zwischendurch so glücklich angeschaut, dass ich selbst mehrfach ziemlich schlucken musste.

Am nächsten Tag saß eine Braut vor mir, die ich auch privat als sehr gesprächigen Menschen kenne.
Normalerweise könnten wir wahrscheinlich stundenlang reden. An diesem Morgen war sie vollkommen in sich gekehrt. Also haben wir drei Stunden fast nicht gesprochen. Nicht, weil etwas komisch war. Sondern weil ich gemerkt habe: Genau diese Ruhe braucht sie gerade.
Und genau so war es richtig.
Kurz vor Schluss kam dann allerdings die Überraschung.
Sie schaute mich an und sagte, dass sie ihre Meinung bei der Lippenfarbe geändert hätte.
Und plötzlich hatte ich einen roten Lippenstift in der Hand.
„Wir gehen heute all-in.“
Ich musste so lachen!
Denn eine rote Lippe ist für mich tatsächlich eine der Königsdisziplinen beim Make-up. Der Farbton muss stimmen, die Kontur muss sauber sein und sie muss symmetrisch wirken, ohne dass die Lippen aussehen, als wären sie einfach übermalt worden.
Und genau das liebe ich an meinem Beruf:
Es gibt nicht den Brautlook und auch nicht den perfekten Hochzeitsmorgen.
Manchmal läuft Musik, Freundinnen sind dabei und im Zimmer ist richtig was los.
Manchmal sind wir fast allein und reden kaum.
Manchmal wird es ein softer Nude-Ton.
Und manchmal eben Rot 💋
Was für mich einen wirklich guten Brautlook ausmacht
Ein Braut-Make-up muss für mich drei Dinge können:
Es muss zu dir passen.
Nicht nur zu deinem Kleid oder deinem Pinterest-Board, sondern zu dir.
Es muss im echten Leben funktionieren.
Ein Make-up darf auf Fotos wunderschön aussehen. Aber du verbringst deinen Hochzeitstag nicht als Standbild vor einer Kamera. Du bewegst dich, lachst, weinst und wirst aus nächster Nähe angeschaut.
Und:
Du musst dich damit wohlfühlen.
Das klingt selbstverständlich, ist es aber nicht. Ein technisch perfektes Make-up bringt überhaupt nichts, wenn du dich damit im Spiegel fremd fühlst.
Brauche ich unbedingt eine Probe?
Nein.
Bei mir kannst du inzwischen selbst entscheiden, ob du vor deiner Hochzeit einen klassischen Probetermin möchtest oder ob dir ein ausführliches persönliches Gespräch per Zoom ausreicht.
Eine Probe empfehle ich trotzdem, weil sie zusätzliche Sicherheit geben kann.
Wir können deinen Look in Ruhe entwickeln und du bekommst ein sehr konkretes Gefühl dafür, wie du dich damit fühlst.
Ich würde die Entscheidung deshalb nicht ausschließlich vom Preis abhängig machen.
Wenn du dich gegen eine Probe entscheidest, besprechen wir deinen Look dafür sehr ausführlich im Zoom-Call. Und dabei geht es nicht einfach darum, dass du mir drei Pinterest-Bilder zeigst und ich sage: „Alles klar.“
Ich frage ziemlich genau nach:
Was gefällt dir eigentlich an diesem Bild?
Die Farben?
Der Glow?
Die Augen?
Die Intensität?
Die Haut?
Die Gesamtwirkung?
Denn sehr häufig ist gar nicht der komplette Look das, was eine Braut möchte. Es ist ein einzelnes Element daraus. Und genau das möchte ich herausfinden.
Wie früh sollte ich mich um meine Brautstylistin kümmern?
Wenn du eine bestimmte Brautstylistin im Kopf hast, würde ich grundsätzlich nicht zu lange warten.
Gerade beliebte Samstage in der Hochzeitssaison können weit im Voraus vergeben sein. Ich begleite beispielsweise bewusst nur eine Braut pro Hochzeitstag.
Das bedeutet zwar für meine Braut sehr viel Ruhe und keinen nächsten Termin im Nacken – gleichzeitig ist ein vergebener Samstag aber eben auch wirklich vergeben.
Eine frühe Anfrage gibt dir deshalb schlicht die größte Auswahl.
Mein Fazit
Ein gutes Braut-Make-up entsteht für mich nicht dadurch, dass man möglichst viele Produkte verwendet oder einen perfekten Instagram-Look kopiert. Es entsteht aus Erfahrung, guten Produkten, einer durchdachten Technik – und vor allem daraus, die Frau vor mir wirklich mit einzubeziehen.
Denn am Ende sollst du nicht in den Spiegel schauen und denken:
„Wow, tolles Make-up.“
Sondern vielmehr:
„Ja. Genau so möchte ich heute aussehen.“
Und wenn du genau dabei einmal hinter meine Schulter schauen möchtest, findest du im Video mein komplettes Braut-Make-up Tutorial mit den einzelnen Schritten, Produkten und ganz vielen meiner persönlichen Tipps.
Du planst gerade deine Hochzeit und möchtest wissen, ob mein Brautstyling zu dir passt?
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Noch mehr Tutorials, Produkttipps und ehrliche Make-up-Empfehlungen findest du außerdem auf meinem YouTube-Kanal.


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